Salix Alba „Chermesina“ verfügt über eine runde Krone mit grünen, schmalen Blättern. Die orange-roten Äste fallen auf. Der Baum wächst vor allem an feuchten bis nassen Stellen. Für lehmige, sandige und kalkhaltige Böden geeignet. Botanisch gesehen gehört die Silber-Weide zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae), wobei Salix der Gattungsname und alba der Artname ist. Dieser Weidenbaum ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Besonders in Parkanlagen, an Gräben und an Ufern wächst der durstige Baum gut und schnell. Der feuchte Boden, auf dem sie am besten gedeihen, ist vorzugsweise kalkhaltig, aber auch auf saurem Boden können sie noch wachsen. Strahlender Sonnenschein stellt kein Problem dar, und auch Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt verkraften sie gut. Unter den richtigen Bedingungen kann die Silber-Weide eine Höhe von 20 bis 25 Metern erreichen. Eine Weide an einem Graben scheint typisch niederländisch zu sein, ist es aber nicht. Silber-Weiden wachsen fast überall in Europa, außer in großen Teilen von Skandinavien. Im Nordwesten Afrikas, in Zentralasien und in vielen angrenzenden Regionen ist die Silber-Weide ebenfalls weit verbreitet, und auch dort befinden sich die Bäume häufig an Ufern.
Merkmale der Blumen und Blätter Die Blütezeit der Silber-Weide ist im April und Mai. Die Blütenstände bestehen aus Blüten in Form von weichen Kätzchen. Sie werden etwa fünf Zentimeter groß. Der Baum ist zweihäusig. Das bedeutet, dass weibliche und männliche Blüten nicht zusammen an einem Baum wachsen. Ein Baum ist also entweder männlich oder weiblich. Im Frühjahr, wenn der Baum in voller Blüte steht, lässt sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern erkennen. Der männliche Baum hat dann gelbe Staubbeutel als markantestes Merkmal. Beim weiblichen Baum ist dies nicht der Fall. Aus dem weiblichen Fruchtknoten entspringen Kapselfrüchte. Wenn diese sich öffnen, werden die flauschigen Samen vom Wind transportiert. Die Keimfähigkeit ist nur von kurzer Dauer. Die schmalen, leicht gewellten Blätter sind fünf bis zehn Zentimeter lang und haben eine lanzettliche Form. Die Oberseite ist dunkelgrün, und die Unterseite ist grün mit einem Silberstich.
Entwicklung von Wasserschoss durch Blattverlust Wenn die Silber-Weide viel an Blattfläche verliert, ist das Gleichgewicht zwischen der Krone und dem Wurzelwerk gestört. Dies tritt ein, wenn der Blattverlust über 20 % liegt, z. B. durch Rückschnitt. Der Baum neigt dazu, den Verlust an Blattfläche so schnell wie möglich wieder wettzumachen. Dies führt zu schnell wachsenden Zweigen. Das nennt man Wasserschoss. Wasserschoss gilt (in der Regel) als unattraktiv.
Krankheiten Die Silber-Weide wird von Schädlingen befallen. Die Wasserzeichen-Krankheit ist bekannt. Das Bakterium Brenneria salicis ist der Krankheitserreger. Die Gefäße des Baumes verstopfen, was dazu führt, dass die Bereiche oberhalb der Verstopfung nicht genügend mit Nährstoffen versorgt werden, welken und letztendlich absterben. Die Unterscheidung zwischen gesunden und kranken Baumteilen lässt sich durch das lokale Wachstum von Wasserschoss erkennen. Die Krankheit ist ansteckend, weshalb der kranke Baum oft komplett gefällt werden muss. Wenn der Baum etwa alle drei Jahre geköpft wird, besteht die Möglichkeit, die Krankheit etwas einzudämmen. Durch das Köpfen wird der Baum zwar nicht geheilt, aber wachsende Triebe leiden möglicherweise weniger darunter.
Pflanzengalle ist weniger schädlich, aber der Baum wird dadurch stark entstellt. Hier sind die Gallmilben (Weiden-Gallmilben) die Übeltäter. Die Eier werden in den Blättern abgelegt und befallen die Blätter. Die Verfärbung ist hellgrün bis rot. Abhilfe ist hier nicht möglich, aber durch häufigen Rückschnitt oder Entfernung der befallenen Zweige kann das Auftreten und damit die Wirkung der Gallmilbe mitunter reduziert werden.