Die Pyramiden-Rosskastanie oder Aesculus hippocastanum „Pyramidalis“ ist der bekannteste und schönste der großen blühenden Bäume. Die stattliche Pyramidenform des ausgewachsenen Baums ist während der Blüte mit großen, auffälligen, aufrecht stehenden cremefarbenen Rispen auf den Ästen verziert. Der Baum stellt keine großen Ansprüche an die Bodenart, deshalb sieht man diesen stattlichen Baum in vielen breiten Straßen, Alleen, auf Friedhöfen, Plätzen, in Grünstreifen und Grünanlagen. Jeder Park, der etwas auf sich hält, sollte eine Gruppe dekorativer Pyramiden-Rosskastanien haben. Insbesondere im Herbst ist der Baum bei Kindern beliebt, die aus den Kastanien tolle Kastanienmännchen basteln. Früher wurde dieser winterharte Baum entlang von Weiden gepflanzt, um den Tieren Schatten zu spenden.
Baum und Blätter der Pyramiden-Rosskastanie
Die Gewöhnliche Rosskastanie stammt ursprünglich aus Kleinasien und vom Balkan und gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Im botanischen Garten in Leiden wurde 1608 die erste niederländische Rosskastanie gepflanzt. Dieser Kastanienbaum wird auch Gemeine Rosskastanie oder Weiße Rosskastanie genannt. Die botanische Bezeichnung der Pyramiden-Rosskastanie lautet Aesculus hippocastanum „Pyramidalis“. Sowohl der deutsche als auch der botanische Name sind logisch, weil dieser auffällige Baum eine Pyramidenform mit kegelförmiger Krone hat. Die untersten Äste können zwei bis drei Meter breit werden. Wenn Sie den Baum in Ihrem Garten pflanzen wollen, müssen Sie beachten, dass der Baum sechs Meter breit werden kann und die Höhe eines ausgewachsenen Kastanienbaums im Schnitt zwischen 20 und 25 m beträgt. In den ersten zehn Jahren seines Lebens wächst er 1 m pro Jahr, danach verlangsamt sich das Wachstum. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und braun. Je älter die Pyramiden-Rosskastanie wird, desto mehr weist sie Risse auf und dreht sich in Leisten rechts herum nach oben. Das Holz dieses Baums hat wenig Brennwert, lässt sich schlecht lagern und ist als Brennholz ungeeignet.
Im Frühjahr bekommen die Äste klebrige Blattknospen. Daraus entstehen hellbraune, wollig behaarte Blätter. Später werden die Blätter rund 20 cm lang und sind handförmig mit fünf bis sieben Lappen. Im Herbst färben sich die Ränder und Adern vom Gelben ins Rotbraune. Alles zwischen den Adern und Rändern bleibt noch lange grün.
Blüte und Früchte der Aesculus hippocastanum „Pyramidalis“
Die Pyramiden-Rosskastanie ist für ihre üppige Blüte an der Außenseite der Baumkrone bekannt. Zwischen April und Juni bekommt jeder Ast eine aufrecht stehende Rispe, die 20 cm hoch ist. Diese Rispen bestehen aus Hunderten von cremefarbenen Blüten. Aus der Nähe sieht man, dass das Saftmal für Bienen gelb und zur Mitte hin rot ist. Der herrliche Duft lockt Insekten an. In Richtung September werden aus diesen Blüten schließlich Kastanien. Die Schale ist hellgrün und hat Stacheln. In der Schale befindet sich meist eine einzige runde Kastanie, aber es können auch zwei oder drei Kastanien sein. Pferde und andere Tiere fressen diese Kastanien gerne. Für Menschen ist die Frucht sehr bitter und schwach giftig, sie wird nur für Seifen und Heilpräparate verwendet. Nach einem altem Volksglauben hilft das Tragen einer Kastanie in der Hosentasche gegen die Gicht.